„Wohnungsmarkt-Report Chemnitz 2019“ - Minimale Erhöhung der Angebotsmieten auf 5,10 €/m² - Leerstand steigt erstmals nach Jahren wieder geringfügig an

Zum fünften Mal seit 2015 legt das FOG-Institut für Markt- und Sozialforschung mit dem „Wohnungsmarkt-Report Chemnitz 2019“ eine umfassende Analyse über Angebote und Preise auf dem Chemnitzer Mietwohnungsmarkt vor. Basierend auf einer Stichprobe von knapp 3.300 Wohnungsangeboten (erhoben im November 2018) zeigt der Report für das Gebiet der Stadt Chemnitz insgesamt, für die 19 bevölkerungsreichsten Stadtteile sowie für 45 abgrenzbare Wohngebiete Struktur der Wohnungsangebote, durchschnittliche Quadratmeterpreise für Kaltmieten und vergleicht diese mit den Ergebnissen der vergangenen Jahre. 

 

Die wichtigsten Ergebnisse:

 

Weiterhin moderate Mietpreise in Chemnitz: Die im November 2018 angebotenen Wohnungen kosteten durchschnittlich 5,10 €/m² (über alle Größen, Ausstattungen und Wohnlagen hinweg). Bereinigt um die sog. Ausreißerpreise (jeweils 5 % der günstigsten und teuersten angebotenen Quadratmeterpreise) ergab sich bei den Nettokaltmieten eine Spanne von 4,01 bis 6,47  €/m². 87 % aller Angebotswohnungen in Chemnitz kosten zwischen 4,00 und 5,99 €/m². Nur jede 21. Wohnung kostete mehr als 6,50 €/m². Die Angebotsmieten in Chemnitz liegen somit knapp 40 % unter dem bundesdeutschen Mittelwert (8,33 €/m²).

Differenziert man die Angebotsmieten nach der Wohnungsgröße, so zeigt sich, dass vor allem kleine und sehr große Wohnungen deutlich über dem Chemnitzer Mittelwert von 5,10 €/m² liegen. Im Angebot befindliche Kleinstwohnungen unter 30 m² sowie Wohnungen mit 110 m² und mehr kosten im Schnitt inzwischen um die 6 €/m². 1-Raum-Wohnungen kosten durchschnittlich 5,27 €/m², 2-Raum-Wohnungen 5,05 €/m², 3-Raum-Wohnungen 5,01 €/m². Wohnungen mit vier und mehr Räumen sind die in Chemnitz die teuerste Wohnungsklasse und kosten durchschnittlich 5,47 €/m².

 

Mietpreise binnen Jahresfrist nur marginal um 0,8 %, seit 2013 um 5,2 % gestiegen: Die im November 2018 angebotenen Mietwohnungen sind im Vergleich zum Vorjahr minimal um 0,04 €/m² gestiegen (+0,8 %). Im 5-Jahresvergleich seit 2013 ist ein Preisanstieg von lediglich 5,2 % zu verzeichnen. Lag der durchschnittliche Quadratmeterpreis 2013 bei 4,85 €/m², so erhöhte sich dieser jahresdurchschnittlich um ca. 1,0 % auf nunmehr 5,10 €/m². Im 10-Jahresvergleich erhöhte sich durchschnittliche Angebotsmiete um weniger als einen halben €/m² (+9,6 % / 0,45 €/m²).

Angebotsmieten in Chemnitz - Entwicklung 2008-2018
Angebotsmieten in Chemnitz - Entwicklung 2008-2018

Erstmals wieder steigender Leerstand: In Folge verstärkter Neubautätigkeit und nur geringfügig steigender Haushaltszahlen erhöhte sich erstmals seit Jahren wieder der Wohnungsleerstand in Chemnitz: Den 133.000 Haushalten standen ca. 157.500 Wohnungen gegenüber (Quelle: Wohngebäuderegister Chemnitz; Ende 2017). Im Jahr 2017 erhöhte sich die Zahl der Wohnungen im ca. 500, während die Zahl der Haushalte nur um 70 stieg. Für 2018 ist bei geringfügig steigenden Bevölkerungszahlen ein ähnlicher Befund zu erwarten.

Beim rechnerischen Wohnungsleerstand von ca. 24.500 ist zu beachten, dass viele dieser Wohnungen nicht marktaktiv sind, d. h. unbewohnbar bzw. unsaniert sind oder nicht aktiv vermarktet werden. Der marktaktive Leerstand beträgt ca. 8 % bis 9 % und ist damit der höchste unter deutschen Großstädten.

 

Struktur der Angebotswohnungen: Bei aktuell in Chemnitz online mehr als 8.000 auffindbaren freien Wohnungen ist ein vielfältiges Angebot im gesamten Stadtgebiet verfügbar. Mittelgroße Wohnungen dominieren das Angebot: 30 % der Wohnungsangebote waren zwischen 50 und 59 m² groß, weitere 21 % zwischen 60 und 69 m². Große Wohnungen sind in den letzten Jahren verstärkt in den Neubau- bzw. Sanierungsfokus gerückt, bleiben aber vergleichsweise rar: Nur 6 % der Angebotswohnungen verfügen über Wohnflächen von 90 m² und mehr.

 

Geringe Preisunterschiede zwischen den Stadtteilen: Im Rahmen des „Wohnungsmarkt-Report Chemnitz 2019“ wurden 19 Stadtteile betrachtet, die zusammen ca. 182.000 Einwohner (73 % der Chemnitzer Bevölkerung) und ca. 87 % aller Mieterhaushalte in der Stadt auf sich vereinen. 14 der 19 Stadtteile haben bei den durchschnittlichen Angebotsmieten die 5 €/m²-Grenze überschritten, die teuersten jedoch enden bei durchschnittlich ca. 5,50 €/m². An der Spitze der Rangliste befinden die westlich vom Stadtzentrum gelegenen Stadtteile Siegmar (5,55 €/m²), Altendorf (5,49 €/m²) und Kaßberg (5,43 €/m²).

Unterhalb der 5 €/m²-Grenze liegen nur noch fünf Stadtteile, darunter drei aus dem Fritz-Heckert-Gebiet (Hutholz, Morgenleite und Helbersdorf; alle zwischen 4,88 €/m² und 4,98 €/m²) sowie Hilbersdorf und der Sonnenberg. Der Sonnenberg ist mit seinen 4,63 €/m² inzwischen das vierte Jahr in Folge der günstigste Stadtteil von Chemnitz - letztmalig war er 2014 vom Stadtteil Hutholz (damals durchschnittlich 4,45 €/m²) unterboten worden.

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