„Mietwohnungs-Monitor 2016“ legt Fokus auf Wohnlage-Ansprüche von Mietern in den Neuen Ländern und Berlin

Die Frage nach der Wohnlage ist in Ostdeutschland in doppelter Hinsicht spannend. Bis auf wenige Ausnahmen hat der Mieter nahezu überall in den Neuen Bundesländern die Qual der Wahl – sowohl im kleinräumigen Kontext einer Stadt oder eines Stadtteils als auch im größeren Kontext gedacht. Während manch ein Mieter in westdeutschen Ballungsräumen froh ist, überhaupt eine (bezahlbare) Wohnung gefunden zu haben, kann der ostdeutsche Mieter bewusst und ohne Druck wählen und dort – weil das Gros der Wohnungen „locker“ finanzierbar ist – auch Lagekriterien- und Anforderungen bewusst in seine Wohnstandort-Entscheidung mit einfließen lassen.

Im Rahmen der Forschungsreihe „Mietwohnungs-Monitor“ hat das FOG-Institut 751 Mieter-Haushalte (Alter 18 bis 59 Jahre) ausschließlich in den Neuen Bundesländern und Berlin befragt. Der Ergebnisbericht zur Studie  „Mietwohnungs-Monitor 2016: Band 2: Ausstattungs-, Wohnlage- und Wohngebäude-Präferenzen / Nachbarschaften und soziales Wohnumfeld / Mieter-Vermieter-Kommunikation / Images von Vermietern“  beschäftigt sich auf 56 Seiten sich mit Mieter-Wünschen und Anforderungen an die Wohnlage, an das infrastrukturelle Umfeld, an die Nachbarschaft und an die Vermieter-Mieter-Kommunikation. Weiterhin beleuchtet sie, wie Mieter als Akteure des Wohnungsmarktes bei der Wohnungssuche vorgehen und welche Serviceleistungen zukünftig für sie von Relevanz sein könnten. Die Studie stellte insgesamt sieben Leitfragen

1. Wie lässt sich der Erstkontakt der Mieter mit der Wohnung charakterisieren? Über welchen Kanal wurde die Wohnung entdeckt? Welche Faktoren sprachen beim Vermietungsvorgang für die Wohnung?

2. Welche Wohngebäudetypen mögen Mieter? Wie stark unterscheiden sich Wohngebäudepräferenzen?

3. Welche (infrastrukturellen) Erwartungen haben Mieter an ihren konkreten Wohnstandort?

4. Welche Vorstellungen und Erwartungen haben Mieter an ihr soziales Wohnumfeld und ihre Nachbarschaft?

5. Welche (digitalen) Serviceleistungen der Wohnungswirtschaft können zukünftig für Mieter interessant sein?

6. Welche Images haben verschiedene Typen von Vermietern?

7. Wie kann bzw. soll sich die zukünftige Kommunikation zwischen Mietern und Vermietern gestalten? Welche Inhalte sollen auf welchen Kanälen kommuniziert werden?

 

Weitere Informationen bzw. Bestellmöglichkeiten zur Studie.


Mietpreisübersicht in Chemnitz - Juli 2016

Basierend auf knapp 71.000 Wohnungsinseraten in den Plattformen Immobilienscout24, Immowelt und Immonet im Zeitraum Juli 2014  bis Juli 2016 hat das FOG-Institut mit Hilfe der Preisvergleichs-Webseite wohnpreis.de für die 39 Chemnitzer Stadtteile durchschnittliche Angebots-Mietpreise ermittelt. Als günstigster Stadtteil erweist sich "Hutholz" mit 4,44 €/m² (netto kalt), während Mietwohnungen in Randgebieten teilweise annähernd 6,00 €/m² kosten können. Die großen innerstädtischen Stadtteilen sind preislich um die 5€/m²-Marke zu finden. Der Gesamtmittelwert aller angebotenen Wohnungen lag im Juli 2016 bei 4,95 €/m² (Juli 2015: 4,90 m²)

Hinweis: Die hier dargestellten Werte sind lediglich Richtwerte und dienen zur groben Orientierung. Die auf den gängigen Immobilienplattformen angebotenen Wohnungen sind nicht 100%-ig repräsentativ für den Chemnitzer Wohnungsmarkt, da diese vordergründig vom sog. "freien" Wohnungsmarkt (kleinere und Kleinstvermieter) genutzt werden. Die großen Chemnitzer Wohnungsgesellschaften bzw. -genossenschaften bieten darüberhinaus viele ihrer Wohnungen auf ihren eigenen Webseiten an und nicht auf den oben genannten Plattformen.

Weitere Detailinformationen zum Chemnitzer Wohnungsmarkt finden sich hier.

Weitere Themenkarten zur Chemnitz finden sich hier.


EnviaM und FOG-Institut erstellen "Energetisches Quartierskonzept" für Schönheide/E.

Das kernstädtische Untersuchungsgebiet in Schönheide/E.
Das kernstädtische Untersuchungsgebiet in Schönheide/E.

Wie viel Energie verbraucht eigentliche eine Gemeinde? Eine Schule, ein Rathaus, ein Kindergarten, hunderte Straßenlaternen? Und wie (und an welchen Stellen) können die Gemeindeverwaltung und ihre Bürger sinnvolle Einsparungen vornehmen? Genau das erforschen die EnviaM und das FOG-Institut für ein Teilgebiet der Gemeinde Schönheide/E., in der 4.600 Menschen auf einer Fläche von 28 km² leben. Das „Energetische Quartierskonzept" prüft und überdenkt für den zentralen, historisch gewachsenen Kernbereich von Schönheide sämtliche energetisch relevanten Daten: Wie sieht die Energie- und CO2-Bilanz im Gebiet aus; welche Energieverbräuche sind der Straßenbeleuchtung zuzuordnen? Wo liegen CO2-Minderungspotentiale? Wo lassen sich Ausbaupotentiale für Erneuerbare Energien und Kraft-Wärme-Kopplung finden? Die Forschungsarbeiten dauern bis in den Herbst 2016 an.


Wohnungsmarkt-Report Chemnitz 2016: Chemnitz wächst,  Leerstände entwickeln sich rückläufig, aber durchschnittliche Angebotsmieten weiterhin unter 5 €/m²

Der Chemnitzer Mietwohnungsmarkt zeigt sich weiterhin von seiner - zumindest aus Mietersicht - besten, d. h. günstigsten, Seite. Der FOG-"Wohnungsmarkt-Report Chemnitz 2016" zeigt einen durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 4,88 € pro Quadratmeter Wohnfläche (nettokalt, Herbst 2015) und damit im Vergleich zum Vorjahr einen de facto konstanten Wert.

Basierend auf stark steigenden Einwohnerzahlen und leicht wachsenden Haushaltsanzahlen hat sich der Wohnungsleerstand in Chemnitz weiter verringert. Je nach Quelle stehen in Chemnitz 22.400 (StaLA Sachsen) bis 25.600 Wohnungen (Stadt Chemnitz) leer (Stand Ende 2014). Dies entspricht relativ einem Wert von 14,5 bzw. 16 Prozent. Wichtig für die Interpretation dieses Wertes: Nicht alle Wohnungen stehen dem Markt tatsächlich zur Verfügung. Er beinhaltet alle leeren Wohnungen, unabhängig vom Grad der Sanierung. Auch Wohnungen in unsanierten Gebäuden, die unvermietbar sind, werden mitgezählt.

Weitere Informationen zum "Wohnungsmarkt-Report Chemnitz 2016".


"Mietwohnungs-Monitor 2015": Ergebnisse der Mieterbefragung liegen vor

Mit dem "Mietwohnungs-Monitor" startet das FOG-Institut im Rahmen des Forschungsbereichs "Wohnungswirtschaft im Wandel" eine Serie von Untersuchungen über Mieter und Mietwohnungen in Deutschland. Kernstück des Mietwohnungs-Monitors ist eine jährlich durchgeführte Repräsentativ-Befragung von Mietern in Deutschland. Im Rahmen der 2015er-Studie wurden konkrete bauliche Ausstattungsmerkmale von Mietwohnungen und deren Beliebtheit bei der Bevölkerung abgefragt. Die Studie sucht nach dem Zeitgeschmack von "normalen" Mietern, um eine Standardwohnung definieren zu können. Sie will ermitteln, welche Elemente einer normalen Mietwohnung Mieter zum heutigen Tag präferieren, was sie zeitgemäß oder veraltet finden. Die Auswertung von 848 befragten Mietern aus ganz Deutschland ist abgeschlossen; der Ergebnisbericht liegt vor und kann hier angefordert werden. Weitere Informationen zum Mietwohnungs-Monitor.


"Twitter in Chemnitz"-Studie geht von 2.500 bis 3.000 aktiven Nutzern in Chemnitz aus

Twitter ist in der Krise - zumindest wenn man dem Aktienkurs glaubt. Im August 2015 fiel die Aktie des Kurzbotschaftendienstes erstmals unter ihren Ausgabepreis zum Börsenstart vor knapp zwei Jahren. Global betrachtet leidet Twitter: Das Nutzer-Wachstum hat sich deutlich verlangsamt, das Unternehmen hat de facto noch nie Geld verdient.

Nahezu 70 % aller deutschsprachigen Twitter-Accounts sind inaktiv (d. h. sie versenden keine Tweets), gerade Neu-Twitterer werden vor Probleme gestellt. Der Aktienkurs ist jedoch nur die eine Seite der Medaille; auf der anderen Seite nutzen mehr als 300 Mio. Menschen Twitter, denen die betriebswirtschaftliche Komponente des Unternehmens erst einmal vollkommen egal sein kann. Oder doch nicht?

In Kooperation mit der medienspinnerei untersucht das FOG-Institut für Markt- und Sozialforschung die Twitter-Nutzung in Chemnitz und Umgebung.  Unter dem Titel "Twitter in Chemnitz" soll das  globale Phänomen (Twitter) auf einen Ort (Chemnitz) „heruntergebrochen“ und das Verhalten der Twitterer, ihre Motive und Hintergründe, aber auch ihre Schwierigkeiten und Probleme mit dem Medium beleuchtet werden.

Weitere Informationen finden sich hier.


„Stadtteil-Profile Chemnitz 2015“ geben Überblick über soziodemographisch-bauliche Strukturen der 39 Chemnitzer Stadtteile

Ebenso wie Städte in ihrer Gesamtheit sind auch Stadtteile als kleinräumigere Gebietseinheiten ständigen Veränderungsprozessen ausgesetzt. Am leichtesten sind diese Vorgänge an den Bevölkerungszahlen abzulesen. Mit jeder Geburt, mit jedem Sterbefall, mit jedem Weg- oder Zuzug verändert sich die Struktur der Bewohnerschaft. Wenn sich dann (über einen längeren Zeitraum) die Anzahl und die Zusammensetzung der Haushalte verändert, kann dies Einfluss auf den Wohnungsmarkt haben. Dessen Attraktivität wiederum ist maßgeblich dafür entscheidend, ob sich eine Person oder eine Familie für oder gegen einen Stadtteil entscheidet: Vor allem der zur Verfügung stehende Wohnraum im Stadtteil muss mit den konkreten Wünschen und Bedürfnissen der Menschen übereinstimmen: nicht jeder Stadtteil bietet Einfamilienhäuser; nicht jede Stadtrandlage die wünschenswerte Infrastruktur, nicht überall sind familiengerechte Wohnungen im Angebot. In diesem Zusammenspiel zwischen Mensch, dessen dem Zeitgeschmack unterworfenen Wohnwünschen und finanziellen Ressourcen, und den städtebaulichen Gegebenheiten vor Ort können sich Stadtteile in ganz verschiedene Richtungen entwickeln: die einen Stadtteile schrumpfen und müssen mit Leerständen kämpfen, andere verzeichnen Bevölkerungsgewinne und können plötzlich rege Neubautätigkeiten verzeichnen.


Die „Stadtteil-Profile Chemnitz 2015“ zeigen für jeden der 39 Chemnitzer Stadtteile Basis-Informationen aus insgesamt 10 Bereichen (1. Gebiet und Bevölkerung / 2. Bevölkerungsentwicklung / 3. Wanderungen / 4. Demographisches / 5. Haushalte / 6. Wohnen / 7. Sozio-Ökonomie / 8. Flächennutzung / 9. PKW / 10. Wahlergebnisse) und versuchen somit, den demographisch-baulichen Zusammenhang zwischen Mensch und Raum in der Stadt zu verdeutlichen. Die „Stadtteil-Profile“ verfolgen hierbei das Ziel, einerseits statistische Informationen über den jeweiligen Stadtteil zu liefern und andererseits diesen somit mit den Gesamt-Ergebnissen der Stadt Chemnitz bzw. anderen Stadtteilen vergleichbar zu machen. Die Broschüre ist sowohl in gedruckter als auch in digitaler Version im FOG-Shop erhältlich.


Digitaler Wandel in der sächsischen Industrie – Befragung unter Mitgliedern des Industrieverein Sachsen 1828 e. V. abgeschlossen

Die digitale Transformation in der Industrie ist in aller Munde, wird aber zumeist nur auf abstrakter Ebene behandelt. Für Siemens-Chef Joe Kaeser ist „Industrie 4.0 die Schicksalsfrage der deutschen Industrie“, gar eine „Revolution, die die 2020er-Jahre bestimmen... und ganze Geschäftsmodelle und die Industrie weltweit verändern wird“. Laut Roland Berger Strategy Consultants (im Auftrag des BDI) „konfrontiert die digitale Transformation der Industrie die Volkswirtschaften Europas mit einem radikalen Strukturwandel.“ Die Universität Potsdam und der Softwarehersteller SAS stellen fest: „Ein Großteil der Firmen verdrängt das Thema und riskiert damit die eigene Zukunftsfähigkeit.“ Was ist sie nun ganz konkret, diese digitale Transformation? Ist Industrie 4.0 vordergründig nicht mehr als die Vernetzung der industriellen Wertschöpfungskette oder doch etwa doch das Tor zur Entwicklung neuer Geschäftsmodelle, da die Digitalisierung Produkte und Services mit einem neuartigen Kundennutzen versehen kann. Oder sollte sich die Frage danach gar nicht bzw. nicht in dieser Form stellen, da andere Problemlagen – bspw. der Fachkräftemangel - weitaus relevanter sind?

DMK E-BUSINESS – als Mitglied des Industrieverein Sachsen 1828 e. V. – hat mit dem FOG-Institut zusammen ein Stimmungsbild der Mitgliedsunternehmen zum Thema eingeholt. Wie sehen die Akteure aus den Industrieunternehmen die digitale Transformation? Stehen sie den Transformationsprozessen gestaltend oder doch eher abwartend gegenüber? Oder gibt es bereits einzelne Firmen, deren digitales Produkt- und Serviceportfolio bereits erfolgreich um innovative Geschäftsmodelle erweitert werden konnte?

Der Ergebnisbericht liegt sowohl in gedruckter als auch in digitaler Form vor und ist im FOG-Shop erhältlich.


Mietrechtsnovellierungsgesetz bietet Chance für neue Form von Immobilienportalen

Der Immobilienmarkt ist seit dem Mietrechtsnovellierungsgesetz und der Einführung des Bestellerprinzips, d. h. die Neuregelung der Provisionsregelungen für Immobilienmakler nach dem Motto: "Wer bestellt, der bezahlt!“, in eine neue Epoche eingetreten. Eine Vielzahl von Immobilienportalen flutet neben den bekannten Marktführern Immobilienscout, Immowelt und Immonet den Markt und bietet Mietern wie Vermietern verschiedene Möglichkeiten, zueinander zu finden. Beispielhaft für das inzwischen unübersichtliche Angebot sind faceyourbase.de, nachmieter.de, smmove.de, mietercasting.de, immobase.de, rentkit.de, salzundbrot.de, moovin.de, ohne-makler.net, devepo.de, immomio.de zu nennen.

Einen vollkommen neuen Ansatz dagegen fährt fourbricks.de. Unter dem Motto „Lass andere den perfekten Platz für dich suchen“ hinterlassen Suchende hier ihre konkreten Wünsche und Bedürfnisse an die Traumwohnung bzw. das Traumhaus. Diese Daten werden an Makler übermittelt, die daraufhin in ihren Beständen nach passenden Objekten suchen. Makler und Hauseigentümer wiederum können diese qualifizierten Kontakte (in Form von Daten über Miet- bzw. Kaufinteressenten) kaufen und den Suchenden ihren Wohnraum direkt anbieten. Der Makler/Hauseigentümer muss so seine Angebote nicht mehr auf dem marktüblichen Immobilienportalen bewerben. Im Auftrag von fourbricks untersucht das FOG-Institut diese neue Form des Immobilienmarktes und befragt relevante Akteure aus dem Segment der Immobilienmakler, Vermieter und Eigentümer.


Ergebnisbericht zur "digitalen Transformation in der Wohnungswirtschaft" liegt vor

Die digitale Transformation ist nicht nur in der Wohnungswirtschaft ein sperriger, abstrakter Begriff. Für den einen bedeutet sie nicht mehr als den Einsatz „neumodischer“ Technologien, für andere ist sie weitaus mehr und wird als Weiterentwicklung nicht nur der Betriebsprozesse, sondern gar als Quelle neuer Geschäftsmodelle verstanden.

DMK E-BUSINESS – als Partner der Wohnungswirtschaft – hat zusammen mit dem FOG-Institut auf dem Feld der digitalen Transformation geforscht und dabei die Akteure von Wohnungsgesellschaften und Genossenschaften befragt. Wie sehen sie das Thema? Wird es überbewertet oder ist es gar nur heiße Luft? Oder denken die Akteure digital bereits weiter, als in der öffentlichen Wahrnehmung berichtet wird. Gibt es Wohnungsunternehmen, die digital fernab der Vermietung bereits Geld verdienen oder sind Investitionen in Internet, Social Media oder ERP nur lästige Pflicht?

Die Ergebnisse zeigen, dass sich unter den Akteuren bislang kein einheitliches Meinungsbild herausgebildet hat, welchen Nutzen die Immobilienwirtschaft aus der Digitalisierung ziehen kann und ob sich digitale Geschäftsmodelle im Mieter- Vermieter-Kontext entwickeln können. Sicher sind sich die Befragten aber bei einem Punkt: die folgenden Generationen werden digitale Möglichkeiten mit vollkommen anderen Augen als die bisherige Mieterklientel sehen und nutzen. Den Ergebnisbericht finden Sie hier.


FOG-Institut unterstützt Marketing-Kampagne "Die Stadt bin ich!" der Stadt Chemnitz

Gründerzeit-Gebäude in Chemnitz-Altendorf
Gründerzeit-Gebäude in Chemnitz-Altendorf

Voltaire (1694-1778), der französische Schriftsteller und Philosoph, hat einmal gesagt: "Das Bessere ist der Feind des Guten." Das gilt in vielen Bereichen, vor allem aber im Wettbewerb der Städte um junge kreative Leute. Chemnitz hat in den vergangen Jahren bzw. Jahrzehnten viel erreicht: die Bevölkerung wächst, die Wirtschaft floriert, die Stadt unternimmt im Bereich der Stadtentwicklung vielfältige Anstrengungen, das Leben der Bürger noch angenehmer zu gestalten. Der langfristige Erfolg von Städten wird jedoch auf Innovationen und kreativen Menschen beruhen, die mit dem Vorhandenen nicht zufrieden sind und die sich an den Besten messen wollen. Die nationale wie internationale Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in Chemnitz wird nur dann gegeben sein, wenn die Stadt die besten Fachkräfte, Wissenschaftler und Studierenden anzieht. Diese jungen und gut ausgebildeten Menschen müssen dann Chemnitz auch so attraktiv finden, dass sie nach ihrer Ausbildung auch hierbleiben. Doch gerade für die junge, mobile Generation sind die Möglichkeiten vielfältig: Hier Dresden, Leipzig und Berlin, dort vergleichbare Städte wie Erfurt, Halle/S. oder Magdeburg, anderswo Metropolen aus den Alten Bundesländern wie München, Köln oder Hamburg. Zu behaupten, das sei nicht der relevante Vergleich, verkennt die Realität: Chemnitz befindet sich in Konkurrenz zu einer Vielzahl von Städten befindet, die allesamt um die Gunst der jungen Zielgruppe buhlen. Die Stadt hat sich diesem Wettbewerb gestellt und u. a. die Kommunikationskampagne „Die Stadt bin ich!“ (www.die-stadt-bin-ich.de) aufgelegt. Das FOG-Institut unterstützt die Stadt Chemnitz mit wissenschaftlichen Daten und Fakten, die zeigen, dass Chemnitz den Vergleich mit anderen Städten und Regionen nicht scheuen muss.


FOG-Institut befragt Mitgliedsunternehmen des Branchenverbandes "Kreatives Chemnitz"

"Kreatives Chemnitz" -  FOG-Institut ermittelte Status Quo der Chemnitzer Kultur- und Kreativwirtschaft
"Kreatives Chemnitz" - FOG-Institut ermittelte Status Quo der Chemnitzer Kultur- und Kreativwirtschaft

Die deutsche Kultur- und Kreativwirtschaft ist eine vielfältige Branche und spaltet sich in 12 Disziplinen auf: Architekturmarkt, Buchmarkt, Darstellende Künste, Designwirtschaft, Film- & Fotowirtschaft, Kunstmarkt, Musikwirtschaft, Pressemarkt, Rundfunkwirtschaft, Software / Games, Werbemarkt und Kulturmanagement.

Obwohl die Gesamtheit der Unternehmen eindrucksvolle wirtschaftliche Kennzahlen vorweisen kann (249.000 Unternehmen, 145 Mrd. Euro Umsatz, über eine Mio. Erwerbstätige), so darf nicht vergessen werden, dass die Branche in hohem Maße von kleinen und Kleinstunternehmen geprägt ist. Nicht nur bekannte Werbe- oder IT-Firmen sind in der Kreativwirtschaft zu Hause, sondern auch viele freiberuflich arbeitende Künstler und Kulturschaffende sowie Freelancer aus den unterschiedlichsten Bereichen (z. B. Grafiker, Fotografen, Architekten, Social Media etc.).

 

Auf lokaler Ebene hat sich 2013 „Kreatives Chemnitz – Branchenverband der Kultur- und Kreativwirtschaft Chemnitz und Umgebung e. V.“ gegründet, um vor Ort die Ziele

  • Förderung der Akzeptanz und der Wahrnehmung von Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft und der Vernetzung der Unternehmen zur Förderung des wirtschaftlichen Wachstums und der Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Region
  • Verbindung, Erfahrungsaustausch und Kooperation mit Interessengruppen und Organisationen aus den Bereichen Wirtschaft, Politik, Aus- und Weiterbildung, Kunst und Kultur sowie ähnlich gelagerten Branchenverbänden aus anderen Regionen und Städten
  • Durchführung von Veranstaltungen zur Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft und Bereitstellung von Informations- und Beratungsangeboten
  • Erarbeitung von Standards für die Branche

zu erreichen.

 

Das FOG-Institut für Markt- und Sozialforschung – selbst Mitglied im Verband - hat den Status Quo der Chemnitzer Kultur- und Kreativwirtschaft ermittelt und die hiesigen Akteure aus den 12 Branchen befragt.  Neben den Themenkomplexen Motive für Mitgliedschaft, Erwartungen an und Zufriedenheit mit der Verbandsarbeit, Kommunikation und künftige Prioritätensetzung des „Kreativen Chemnitz“ wurde explizit auch auf die ökonomische Situation der Mitgliedsunternehmen eingegangen. Ziel war es hierbei, die Unternehmen der Branche von Grund auf zu verstehen und deren Wünschen und Bedürfnissen im Verband eine Stimme zu geben. Die Auswertung liegt nun vor und kann hier nachgelesen werden.

 


Studie zum innerstädtischen Umzugsverhalten in Chemnitz

Zusammenhang zwischen innerstädtischer Mobilität und HartzIV-Bezug in den 39 Chemnitzer Stadtteilen
Zusammenhang zwischen innerstädtischer Mobilität und HartzIV-Bezug in den 39 Chemnitzer Stadtteilen

89.000 Chemnitzer sind auf dem Gebiet der Stadt in den Jahren 2009 bis 2013 umgezogen. Rein statistisch ist damit mehr als jeder dritte Chemnitzer in den letzten fünf Jahren umgezogen. Innerstädtische Umzüge zeichnen somit in Chemnitz für ungefähr zwei Drittel aller Bewegungen auf dem Wohnungsmarkt verantwortlich. Während in der öffentlichen Berichterstattung normalerweise nur Bevölkerungsgewinne oder –verluste mit dem Umland oder mit anderen Städten im Gespräch sind, bleibt das innerstädtische Wanderungsverhalten der Chemnitzer Bürger zumeist unbeleuchtet.

Unter dem Titel „Abstimmung mit dem Möbelwagen?“, dessen plakativer Titel bewusst mit einem Fragezeichen versehen wurde, untersuchte das FOG-Institut Muster und Charakteristika des Umzugsverhaltens Chemnitzer Bürger in den vergangenen fünf Jahren. Die Studie sollte empirisch ermitteln, welche Rolle innerstädtische Umzüge für die Bevölkerungsentwicklung der Chemnitzer Stadtteile spielen. Sind eventuelle Wanderungsgewinne eines Stadtteils (über einen längeren Zeitraum) ein Indiz für die Attraktivität des jeweiligen Stadtteils oder spielen demographische Faktoren eine weitaus größere Rolle bei der Systematik der Umzugserscheininungen?

Der 36-seitige Ergebnisbericht liegt nun sowohl in gedruckter als auch in digitaler Form vor.


FOG-Studie zum "Coworking in Deutschland" - Definition, Entwicklung, Ausprägungen, Nutzerperspektive

Coworking-Typologie
Coworking-Typologie

Einhergehend mit dem zahlenmäßigen Anstieg der "neuen Selbstständigen" im Bereich der Medien- und Informationstechnologie seit den 90er Jahren haben sich neue Formen der Arbeitsplatzgestaltung etabliert. Durch die Auslagerung von Arbeitsplätzen in die privaten Wohnbereiche von Mitarbeitern arbeitete eine Vielzahl an Kleinselbstständigen und Start-Up Unternehmen zunächst in Home Offices und Coffee-Shops oder lagerte ihre Tätigkeiten in Business Center aus. Die Vorzüge, die vorerst mit der freien Wahl des Arbeitsplatzes nach persönlichen Vorlieben assoziiert werden, sind in der Realität jedoch häufig eingeschränkt. Anfangs vermeintlich geeignete Arbeitsorte (wie z. B. Business Center) erwiesen sich insbesondere für Berufseinsteiger mit unstetiger Auftragslage als zu kostenintensiv. Home Offices bieten wenige Gelegenheiten berufliche Netzwerke aufzubauen, zudem besteht hier in besonderem Maß die Gefahr sozialer Vereinsamung oder des Verschwimmens der Grenzen zwischen Privatleben und Erwerbsphäre. Da eine Regulation der Entgrenzung durch feste Arbeitszeiten fehlt, kann es problematisch werden, einen für sich passenden und effektiven Arbeitsrhythmus zu finden. Auch Caféhäuser bieten aufgrund mangelnder ruhiger Arbeitsatmosphäre, fehlender bürotechnischer Infrastruktur sowie strikter Öffnungszeiten für viele auf Dauer keinen geeigneten Arbeitsplatz.

Als Versuch, den Ansprüchen an Arbeitsplätze innerhalb der neuen Arbeitswelt gerecht zu werden, entwickelte sich Anfang des 21. Jahrhunderts das Arbeitskonzept „ Coworking“. Als neue Form postfordistischer Arbeitsorganisation bietet es eine zeitlich flexible Nutzung von Arbeitsplätzen in großraumbüroähnlichen Strukturen. Es passt sich an die mit dem arbeitsorganisatorischen Wandel einhergehenden veränderten Bedürfnisse von Arbeitnehmern und Selbständigen an, indem sie auf steigende Ansprüche wie erhöhte Flexibilität, Mobilität sowie Eigenverantwortung im Arbeitsprozess eingeht.

Die FOG-Studie beleuchtet die Besonderheiten der Arbeitsorganisation in CoWorking Spaces aus Perspektive der Nutzer. Sie stellt zu Beginn die grundlegenden Veränderungen des arbeitsorganisatorischen Wandels dar und analysiert in einer Typologie über die Arbeitsorganisation die Nutzer der Arbeitsform CoWorking. Das Ziel der Studie lag einerseits darin, einen Beitrag zum Erkenntnisgewinn über die noch wenig untersuchte Arbeitsform CoWorking zu leisten, andererseits die Entwicklung des CoWorking als Form postfordistischer Arbeitsorganisation im Hinblick einer subjektbezogenen kontrolltheoretischen Perspektive zu betrachten.